dialogisch - existentiell - politisch

Bilden

Bildung heißt sich von neuem berühren lassen, anstecken lassen, in Bewegung kommen mit dem Anderen, dem Fremden. Damit ist sie ein „ständiger Prozess von Ergreifen und Sich-Ergreifen-lassen“ (Dauber)

So ereignet sich Bildung an der Grenze, zwischen Individuum und Umwelt, zwischen Subjekt und Kultur, zwischen Ich und Du, Alter und Ego, Innen und Außen. So ist sie letztlich mehr als Lernen, Qualifikation, Kompetenzen oder Standards. Sie ist weder vermittelbar noch herstellbar. Sie ist weder quantifizierbar noch in Gänze messbar. Sie ist eine subjektive Hinwendung des Einzelnen zu sich selbst, zu anderen und zur Welt und ereignet sich dann, wenn sich der Einzelne auf Erfahrungen einlässt, die ihn bildend hervorbringen.

Es sind die ‚sich bildenden Gestalten‘ aus Figur und Hintergrund und der Raum, der ihre Entwicklung fördert, der Bildung ermöglicht. Eine Bildung, die sich nicht alleine auf das kognitive Verständnis gründet sondern in der Leiblichkeit ihren Bezug zur Welt erfährt.

So ist die Basis der Selbst-Bildung das erfahrungsorientierte leibliche Lernen. Dies schließt eine intellektuelle Verdauung mit ein.

„Die Wahrnehmung komplexer Wirklichkeiten beinhaltet immer schon Theorie. Darum kann Theorie nicht vermieden, sondern bloß verdrängt werden. Verdrängung der Theorie führt dazu, dass unbewusst die jeweils herrschende Theorie übernommen wird“. (Blankertz)

Oder wie Werner Finck direkter formuliert: "Auch die Bretter, die man vor dem Kopf hat, können die Welt bedeuten."

"Therapie kann man lernen, nicht lehren." (Lore Perls)